Das Kavalier V mit dem vorgelagerten Ravelin II sicherte den Mittelabschnitt der neuen Westfront der Magdeburger Kernfestung und wurde von1871-73 errichtetet. Die Anlage, einst bestehend aus einer Doppelkaponniere im Hauptgraben, Wall mit Voll- und Hohltraversen im Brustwehrbereich, Kehl- und Reverskasematten, Pulvermagazin, Saillantkaponniere, Blockhaus und Poterne ist gut erhalten und sehenswert.
Die gesamte Anlage desKavalier V war einst etwa 3,5 Hektar groß (ohne Glacis). Das ehemalige Kriegspulvermagazin befindet sich im Südflügel der Anlage. Vom Hof aus gelangte man beidseitig der Reverskasematte auf Treppen über die Flügelmauern auf den mit Geschütztraversen versehenen Wall.
Das Ravelin besaß mit seinen Facen einen dreieckigen Grundriss. Die Wälle waren von Gräben begrenzt, die an den Hauptgraben mit der krenelierten Mauer anschlossen.
An der Spitze des Ravelin II befand sich eine zweigeschossige, erdbedeckte Saillantkaponniere und gegenüber ein ebenfalls erdbedecktes Blockhaus. Zur Doppelkaponniere hin, einst über eine Zugbrücke zu erreichen, befindet sich im Ravelin II das bogenförmige Kehlkasemattenkorps, das im Armierungsfall zur Mannschaftsunterkunft umfunktioniert werden sollte.
Die seitlichen Kriegstore konnten verbarrikadiert werden. Die Reverskasematte sollte im Belagerungsfall auch Mannschaften zur Verteidigung des Ravelins aufnehmen. Da dieser Fall nie eintrat, diente sie bis 1919 der Festungsartillerie als Ingenieur-Belagerungs-Depot.
Der Sanierungsverein Festungsanlage "Ravelin 2" will die 140 Jahre alte Festungsanlage durch Einwerben von Spenden und Fördermitteln sanieren. Außerdem soll die Anlage zum Zentrum des Magdeburger Festungstourismus und der Magdeburger Festungsvereine werden. Durch verschiedene Ausstellungen und Veranstaltungen soll der Ort belebt und so auch eine bessere soziale Kontrolle erreicht werden.